Kreditvergleich

Das kann schon mal zu bösem Blut führen. Angenommen, irgendwo in Deutschland teilen sich irgendwo im öffentlichen Dienst zwei Menschen ein Büro. Einer von ihnen hat den Beamtenstatus, der andere ist “nur” ein Angestellter. Beide brauchen Geld für größere Anschaffungen und gehen während ihrer Frühstückspause mal eben ins Internet, um einen Kreditvergleich vorzunehmen. Wer von den beiden wird wohl die besseren Konditionen bekommen? Genau, der Beamte. Ihm steht es nämlich frei, einen Beamtenkredit aufzunehmen. Dieses Privileg hat sein Kollege nicht.

Was ist das Besondere an einem Beamtenkredit?
Ein Beamtenkredit wird sozusagen über einen Umweg abgeschlossen, der der kreditgewährenden Bank optimale Sicherheit gewährt. Dadurch kann sie dem Beamten das Beamtendarlehen zu besonders attraktiven Konditionen gewähren, die so am Markt ihresgleichen suchen. Kein Wunder, dass der angestellte Kollege ein bisschen neidisch wird. Wie funktioniert das Ganze nun? So: Der Kreditnehmer schließt bei einer Bank, die er sich selbst aussucht, eine Kapitallebensversicherung über eine genau definierte Summe ab. Die Versicherungsprämie und die stets gleichbleibenden Zinsen werden über die gesamte Laufzeit gezahlt. Wenn die Versicherung dann fällig ist, tilgt sie den ganzen Kredit auf einem Schlag. Dieses Beamtendarlehen ist hoch attraktiv, weil es auch größere Anschaffungen fast mühelos ermöglicht. Wie der Name schon sagt, steht er aber nur Beamten auf Lebenszeit zur Verfügung.

Geht es auch etwas einfacher?
Obwohl die Konditionen für einen solchen Beamtenkredit beinah unschlagbar sind, wird nicht jeder Beamte in jeder Lebenslage einen solchen Beamtenkredit wünschen. Vielleicht ist ihm das Verfahren zu aufwendig, vielleicht soll es mit dem Kredit blitzschnell gehen, vielleicht wird auch nur eine so geringe Summe benötigt, dass sich der Aufwand nicht wirklich lohnt. Dann kann der Beamte im Internet auch nach einem ganz normalen Beamtendarlehen suchen. Damit sind Privatkredite gemeint, die für Beamte einen etwas günstigeren Zinssatz einräumen. Begründet wird das natürlich damit, dass bei einem Beamten das Risiko, dass es zu einem Zahlungsausfall kommt, sehr gering ist. Da der Beamte seinen Arbeitsplatz mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht verlieren wird – es sei denn, er wird wegen schweren Fehlverhaltens suspendiert – wird er sein Beamtendarlehen auch zuverlässig zurückzahlen.

Grundsätzlich gehören Beamte zu den Lieblingskunden der Banken. Ihr geregeltes Einkommen und der sichere Arbeitsplatz machen Sie zu idealen Kreditnehmer. Und so buhlen die Geldinstitute gern mit attraktiven Zinssätzen um die Gunst der Staatsdiener. Die gute Nachricht kommt zum Schluss: Viele Banken sind inzwischen dazu übergegangen, allen Beschäftigten im öffentlichen Dienst die Sonder-Beamten-Konditionen für das Beamtendarlehen zu gewähren. In einigen Fällen werden die privilegierten Zinssätze sogar an Menschen weitergegeben, die gar nicht für den Staat tätig sind. Sie müssen allerdings Akademiker sein.